Mittwoch, 13. August 2014

regenwald-rodung wegen rindfleisch

ein öko-fachmann der besonderen sorte hat mir vor tagen erklärt, dass für jedes kg rindfleisch 50 qm regenwald gerodet wird. ich habs nachgerechnet. würde das stimmen, wäre in drei jahren der gesamte regenwald weltweit gerodet.

weitere behauptung: die industrialisierte tierhaltung verursacht die rodung des regenwalds. warum soll die industrialisierte tierhaltung verantwortlich sein? weil dort dann soja für unsere rinder angebaut wird. der sojaaufwand für unsere rinder ist im vergleich relativ gering. der grund ist, dass gras relativ viel eiweiss enthält und daher kaum soja zugefüttert werden muss. zudem sind für die wiederkauenden rinder heimische eiweiss-quellen aus der stärke- und alkohol-erzeugung wesentlich besser geeignet.

da steckt noch ein anderes problem drin. wie soll man bei 1000 bis 2000 mm niederschlag wie im tropischen regenwald üblich, soja anbauen?

ich erinnere mich noch an eine sehr engagierte dame, die vor ca. 10 jahren behauptet hat, für jeden hamburger müsse 1 ha regenwald gerodet werden. der dummheit ist nichts zu blöd.

antibiotika und hormone in der tierfütterung

in der öko-szene werden permanent antibiotika und hormone an tiere verfüttert. diese behauptung ist erstens oberflächlich, mag vielleicht unter amerikanischen verhältnissen richtig sein, nur in österreich schließe ich die illegale anwendung von antibiotika und hormonen weitestgehend aus.

wenn öko-profis über den grenzenlosen illegalen einsatz dieser präparate philosophieren, bitte ich sie immer, mir ein paar kontaktadressen zukommen zu lassen. ich würde mir diese betriebe gerne selber anschauen. ich habe bis heute keine einzige kontaktadresse bekommen.

warum ist illegaler einsatz von antibiotika und hormonen in österreich irreal? die analyse-methoden sind so scharf, dass ein antibiotika-missbrauch analytisch nicht mehr zu verbergen ist. antibiotika und hormone kosten geld. dieser aufwand ist in der produktion von den kosten her nicht mehr unterbringbar. wenn die tiere nicht von vorneherein so gehalten werden, dass sie gesund sind, kann nicht wirtschaftlich produziert werden. tiere werden gehalten, um damit ein einkommen zu erzielen. auch wenn das von bestimmten öko-gruppen als profitgier bezeichnet wird. es wäre schwachsinnig, haltungsfehler permanent mit medikamenten ausbügeln zu wollen. das klappt nicht.

tierschützer führen immer wieder "beweise" für antibiotika-missbrauch ins treffen, die sie bei illegalen stall-besuchen feststellen. wenn der tierarzt zb. frisch eingestallte tiere mit einem medikament behandeln lässt, dann geschieht das im sinne seiner veterinärmedizinischen kompetenz. wenn ich heute zum arzt gehe und ein einbrecher des nachts die medikamentenpackung findet, könnte er mich in der logik der tierschützer sofort des medikamentenmissbrauchs überführen. oder stellen sie sich vor, in ihrer haus-apotheke fände jemand noch uralte psychopharmaka.

einer sinnvollen betreuung von tierbeständen durch tierärzte sollte eigenlich nichts im wege stehen. auch tiere haben das recht, im krankheitsfalle möglichst wenig zu leiden. es gibt allerdings auch betriebstypen, die dafür bekannt sind, dass sie bei leidenden tieren selten bis nie den tierarzt zu rate ziehen, und die tiere lieber verenden lassen. das passt dann aber nicht in die heile öko-welt.

20.000 liter wasser für 1 kg rindfleisch

hin und wieder verstricke ich mich in fast sinnlose diskussionen mit sog. öko-fachleuten. eine der lustigsten behauptungen der letzten woche ist die these, dass für die erzeugung von 1 kg rindfleisch 20.000 liter frisches trinkwasser verbraucht werden. deshalb sei der konsum von rindfleisch absolut abzulehnen. die behaupter berufen sich immer auf sog. öko-propaganda-plattformen, die ungestraft dinge verbreiten dürfen, die jeder logischen grundlage entbehren.

nehmen wir an, ein rind sauft täglich 50 liter wasser und das 400 masttage lang. dann sauft es insgesamt 20.000 liter wasser. bei 300 kg fleischausbeute sind das ca. 67 liter. zählt man geschätzte 3 liter waschwasser pro kg rindfleisch dazu, sind das insgesamt 70 liter und nicht 20.000 liter pro kg rindfleisch.

doch wie kommen die öko-demagogen auf 20 000 liter. die vermutung liegt nahe, dass sie auch den wasserverbrauch der futterpflanzen einrechnen, was meiner meinung falsch und irreführend ist. rechnen wir hoch, wenn ein rind 15 kg futter am tag frisst, ca. 5 kg trockenmasse, pro kg trockenmasse verdunstet mais ca. 400 l wasser., dann sind das 2000 l pro tag, multipliziert mit 400 masttage, ergibt das 800 000 liter. dividiert man die durch 300 kg fleischausbeute, sind das knapp 2700 liter pro kg rindfleisch.

abgesehen davon, dass es schwachsinnig ist, den verdunstungsbedarf einer maispflanze in die produktion von rindfleisch einzurechnen, sind wir immer noch sehr weit von 20 000 liter pro kg rindfleisch weg.

genau genommen ist es sogar ein in mehrerer hinsicht positiver effekt, wenn viel pflanzenmasse produziert wird. viel masse bedeutet viel speicherung von co2 und viel verdunstung von wasser. wasser, das unser klima reguliert und als regen in 50 oder 100 km entfernung wieder als regen herunterfällt. wasser bleibt im kreislauf und wird nicht "verbraucht". anders ist es, wenn wasser in einer region knapp ist, da ist es aber auch nicht ratsam, wasserintensive kulturen zu betreiben.